Mein schönstes Tor..

Mein schönstes

Im Buch von Hans Weitpert das im Belser Verlag erschien berichtet Bobby Breuer über sein schönstes Tor:
Es war im Punktspiel gegen Opel Rüsselsheim in der Saison 1967-1968.Die Bayern bekamen einen Elfmeter zugesprochen,doch die Rüsselsheimer
reklamierten beharrlich und wichen dem Schiedsrichter nicht mehr von der Seite.

Ein Gespräch mit dem Linienrichter
führte dann dazu daß der Elfmeter in einen Freistoß an der halbrechten Strafraumgrenze umgewandelt wurde.
Ich selbst stand hinter dem Tor an der Anzeigetafel und ärgerte mich genauso sehr wie die Bayernspieler über
diese mehr als fragwürdige Entscheidung.Die Rüsselsheimer bildeten an der Strafraumgrenze ihre Mauer und die
Bayern führten den Freistoß aus.Bobby Breuer nahm Anlauf und ein unhaltbarer Hammer schlug im Schödelstor ein.
Tor für die Bayern.

Mein schönstes Tor aber das ich als Bayern-Fan gesehen habe fiel 1971 auf dem Bieberer Berg in Offenbach.
Wir, ,hatten uns wiedereinmahl einen VW Bus gemietet und und waren schon am frühen Morgen
mit neun Mann nach Offenbach gestartet.Zu unsern Proviant zählten  wie immer ein bis zwei Kästen Bier,ein
Schnitzelbrot und Wurstbrötchen von der Mutter zusammengerichtet.Mit dem Taschengeld war es so eine Sache.Es reichte meist gerade
für ein paar Bierchen in irgendwelchen Raststätten und am Platz sowie dem Eintrittsgeld.Eines aber hatten wir immer dabei:
Eine unerschütterliche gute Laune und eine Riesenfreude auf das .
In Offenbach angekommen ging es sogleich ins Stadion.Was uns dort erwartete war unbeschreiblich.Unter der ehrwürdigen Stehtribüne
am Bieberer Berg hatten sich bereits mehrere hundert Hofer Schlachtenbummler mit Fahnen in allen Größen versammelt.
Als uns die Hofer  Anhänger ins Stadion kommen sahen wurden wir selbst wie die Mannschaft mit Fahnenschwenken und Trompetenlärm
begrüßt.Dies wiederholte sich jedesmal wenn neue Schlachtenbummler das Stadion betraten.

Das Siel selbst ging in der ersten Halbzeit hin und her und wir spielten mit den Offenbachern ganz gut mit.
In der zweiten Halbzeit aber bekamen die Bayern die Oberhand. Ich kann mich noch gut erinnern als Bobby Breuer ungefähr
in der sechzigsten Minute den Ball in der Mitte des Spielfeldes ca. dreißig Meter vor dem gegnerischen Tor bekam.
Er nahm den Ball kurz an und zog ab.Ich sehe noch heute die Bilder vor mir ,wie sich der Torhüter vergeblich streckte
und der der Ball unhaltbar im Kasten einschlug.1:0 für die Bayern.Wir umarmten uns alle und sprangen umher.
Dann aber ging es geordneter bei den Hofer Anhängern zu.Wir faßten uns ala England an den Hüften, sprangen hoch und riefen Bayern Bayern Bayern
im Chor.Gänsehautgefühl kam mir damals und auch jetzt noch auf.Wir beherrschten den Bieberer Berg auf den Rängen und am Spielfeld.

Die Bild Zeitung schrieb damals:Als Breuers Bombe im Kasten einschlug gingen am Bieberer Berg die Lichter aus. Doch dann kam Eser
mit seinen Eseleien.Gisbert Eser ,ein Mann der nicht oft für die Bayern spielte wurde nach dem Führungstor eingewechselt und kippte das Spiel.
Erst verursachte er einen unnötigen Elfmeter der zum 1:1 führte und dann noch einen Freistoß an der Strafraumgrenze den die Offenbacher
zum 2:1 Endstand verwandelten.Niedergeschlagen verließen wir das Stadion und begaben uns zum VW Bus. Dort aber kam gleich wieder Freude auf,
denn zwei junge Frauen aus dem Hofer Landkreis die vorrübergehend in Offenbach wohnten sahen die Hofer Nummernschilder und luden uns
zu sich ein.Sie hatten wohl mit 2-3 Mann gerechnet ,doch nicht mit neun Fußballfreunden.So fuhren wir dann zu elft in die kleine Wohnung
und ich kann mich noch an einen sehr lustigen Abend erinnern.

Auf der Heimfahrt durch die Nacht gab es noch genug Gesprächsstoff über dieses Spiel, Breuers Tor und was gewesen währe wenn Eser
nicht gespielt hätte.

Erzählen die Herrschaften heute von den alten Zeiten, ist die Auswärtsfahrt nach Offenbach fast immer dabei.

Manfred Opitz
Die Herrschaften

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